Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Wildverbiss vermeiden

Tanne, Bergahorn, Buche, Esche, Eiche und Hainbuche stehen auf dem täglichen Speiseplan von Schalenwild, zu dem in der Jägersprache alle Paarhufer gehören, die dem Jagdgesetz unterlegen sind. Zu ihren Leibspeisen gehören die jungen Triebe der neuen Setzlinge.

 

Bewirtschaftete Wälder werden allerdings hauptsächlich durch Setzlinge erweitert und verdichtet. Deshalb wirkt sich Wildverbiss negativ auf unsere Möglichkeit aus, naturnahe, gesunde Mischwälder zu pflanzen. Der Verbiss führt zu einem Ungleichgewicht zwischen den Baumarten, weshalb oft nur die „unempfindlichen“ Baumarten übrig bleiben, wie z.B. die Fichte.

 

Die Fichte ist zwar ein schnellwachsender Holzlieferant, jedoch ein großes Problem wenn es um die Bodenqualität geht. Durch die vermehrte Anreicherung von stark sauren organischen Materialien versauert der Boden unnatürlich schnell, was zu enormen Schwierigkeiten für andere Pflanzen führt, da sich diese nur im Laufe der Jahrhunderte langsam an die veränderten Bodenwerte anpassen können.

Übrigens: Von „saurem Boden“ spricht man bei einem PH-Wert unter 7, zum Vergleich: Zitronensaft hat einen PH-Wert von 2,4 (sauer); Menschlicher Speichel einen Wert von 6,7-7,4 (sauer bis basisch); und Seife einen PH-Wert von 9,0 – 10,0 (basisch).

 

Außerdem ist die Fichte den stetig steigenden Jahresmitteltemperaturen nicht mehr gewachsen, was im schlimmsten Falle zu einem Rückgang unserer Bewaldung als Ganzes führten könnte, da durch Verbiss und Verbreitung einzelner Baumarten die Böden so Nährstoffarm werden, dass die natürliche, menschenferne Regeneration der Wälder fast unmöglich wird.

 

Was also tun, um nicht nur unsere Biodiversität als auch unsere Forstwirtschaft zu schützen?

 

Eine Lösung wäre, womit wir uns in diesem Beitrag beschäftigen:

Wildverbiss – Prävention, Erkennung und Schutz.

Zur Prävention muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wildarten und ihren Lebensräumen bestehen. Leider ist dies in weiten Teilen Deutschlands nicht der Fall.

 Wir, als Menschen, müssen in die Natur eingreifen, in dem wir wildtiergerechte Jagdmethoden und – Konzepte entwickeln, die z.B. verkürzte, geblockte Jagdzeiten und revierübergreifende Kommunikation unserer Jäger und Förster garantieren.

Ebenso ist in Einzelfällen der Schutz von Kulturen durch Zäunung oder anderer Einzelschutzmaßnahmen in Erwägung zu ziehen.

 

Welche Schäden gibt es und wie erkenne ich sie?

Generell wird zwischen zwei Schadensarten unterschieden: Dem Verbiss- und Nageschaden und dem Schälschaden. Diese sind die bedeutendsten Arten der Schädigung im Wald.

Beide stammen von Wildtieren, die in unseren Wäldern zuhause sind.

 

Verbissschäden entstehen durch das Abnagen von Keimlingen, Knospen, Blättern und Trieben, besonders der Terminalknospe, der Knospe, die sich an der Spitze eines Zweiges oder Triebes befindet, welche entscheidend für das Längenwachstum der Pflanze ist. Wird sie beschädigt oder abgebissen, kann das Höhenwachstum in der jeweiligen Vegetationsperiode ausfallen. Einmaliger Verbiss wird in der Regel gut regeneriert, während wiederholter, also mehrjähriger Verbiss zum Teil zum Absterben der Pflanzen führt.

Durch diese Schäden entstehen die oben genannten Entmischungen der Wälder, die gerade in Zeiten der Klimakrise sich verheerend auf unser Ökosystem auswirken.

 

Schälschäden

Das Ablösen der Rinde vom Baumstamm wird als „Schälschaden“ betitelt. Hauptsächlich daran Schuld ist das Rotwild, sowie Sika- und Muffelwild.

Im Winter sind Schälschäden geringer, oft nur wenige Zentimeter der Rinde sind abgeschält, allerdings führt die generelle Nahrungsarmut im Winter zu erhöhtem Vorkommen der Schälschäden, weshalb eine Fütterung von Wildtieren oft vonnöten ist, um größere Schäden an Jungpflanzen und Rinden zu verhindern.

Im Sommer hingegen können Schälschäden bis zu 1M lang werden, da die Rinde nicht so fest am Stamm heftet. Diese Schäden können vor allem bei Jungpflanzen sehr gefährlich sein, da durch die freigelegten Stellen einfacher Pilze und andere Krankheiten ins innere eindringen können. Wie etwa den Schwarzen Rindenbrand, der seit dem Hitzesommer 2003 schwerwiegende Schäden an Kernobstwiesen in den wärmsten Gebieten Deutschlands verursacht und jeden Sommer wiederkehrt.

Interessiert?
Hier gibt's mehr aus
BE YOURSELF -
dem Greenbase-Blog!

Bauernregeln - Was steckt dahinter?
Weiterlesen...
05.12.2025, 14:28:00
Bodenarten selbst bestimmen
Weiterlesen...
C wie: Calcium und die PH-Werte im Boden - Das Rasen-ABC
Weiterlesen...
B wie: Bewässerung im Garten, Wassersparend und Effizient - Das Rasen-ABC
Weiterlesen...